„Circusse brauchen Schule für Circuskinder überall in Deutschland“

praeses_eknrwAuf ihrer ersten „Evangelischen Erkundung“ besuchte am 11.3.2015 die Präses der Evangelischen Kirche von Westfalen, Annette Kurschus, den Circus Manjana im westfälischen Geseke. Dort hat der Circus mit 11 Kindern und 7 Erwachsenen seinen diesjährigen Winterstandort. Auf Einladung des Bundesverbandes für die Bildung reisende Kinder, BERiD, bekam die leitende Theologin der Evangelischen Kirche von Westfalen einen Einblick in die sozialen und wirtschaftlichen Herausforderungen, mit denen sich ein Familiencircus heute auseinanderzusetzen hat. Es ist der buchstäbliche Kampf ums Überleben, dem sich das Familienunternehmen Tag für Tag stellen muss.

Präses Kurschus konnte sich in zwei Schulwagen von der pädagogischen Arbeit der Schule für Circuskinder ein eigenes Bild machen. Die Rektorin der Schule für Circuskinder, Annette Schwer, erläuterte, dass die 30 Schulwagen als mobile Schulen in ganz NRW unterwegs sind und die Circuskinder vor Ort unterrichten und unterstützen. Jedes Kind arbeitet nach seinem eigenen individuellen Lernplan. Selbständiges Lernen ist ein Hauptziel der engagierten Pädagogen. Wie erfolgreich und beliebt die mobile Schule ist, konnte Präses Kurschus auch von den Kindern selbst im Schulwagen erfahren. Die berichteten davon, dass sie ohne die Schule für Circuskinder große Probleme in den Schulen hätten. Der gute Ruf der Schule hat inzwischen dazu geführt, dass sich besonders viele Circusse in NRW aufhalten – und sich damit aber auch gegenseitig das Publikum wegnehmen. Nach Angaben von „Schule im Circus e.V.“ halten sich in NRW ständig etwa 70 – 80 Circusse auf, also etwa 20 % der rund 400 Familiencircusse in Deutschland. So gerät die wirtschaftliche Existenz der Circusse in NRW wegen „Überfüllung“ in Gefahr.

Weitere aktuelle Informationen finden sie auf www.schule-unterwegs.de

 

Kultusministerkonferenz setzt sich für Qualitätsausbau und Qualitätssicherung in der schulischen Bildung von Kindern beruflich Reisender ein

In der seit vielen Jahren jährlich stattfindenden gemeinsamen Konferenz zum Thema „Unterricht für Kinder beruflich Reisender“ tauschten sich in diesem Jahr am 14. und 15. Januar 2015 in Aachen die Beauftragten der Kultusministerkonferenz (KMK) mit den Verbands- und Elternvertretern der Schaustellerverbände und dem Dachverband für die Bildungsangelegenheiten der beruflich Reisenden, BERiD, über die Schul- und Unterstützungsmaßnahmen für diese Zielgruppe in den Ländern aus.
Im Mittelpunkt der Konferenz stand die Weiterentwicklung des über fast 20 Jahre entwickelten Konzepts zur schulischen Bildung reisender Kinder. Nach wie vor ist das gemeinsame Ziel der Bemühungen, eine flächendeckende vergleichbare schulische Versorgung reisender Kinder zu ermöglichen, wobei nach wie vor unterschiedliche Rahmenbedingungen in den Bundesländern zu berücksichtigen sind. Gleichwohl wurden einige grundlegende Regelungen erreicht:
Zur Dokumentation des Lernstands nutzen die Kinder zum Beispiel ein einheitliches Schultagebuch.
Die Lernbegleitung vor Ort wird weitgehend durch Bereichslehrkräfte unterstützt.
In einigen Ländern besteht zusätzlich die Möglichkeit des Fernlernens auf der Reise.
Auch werden ergänzende Unterrichtsmaßnahmen in mobilen Lerneinheiten angeboten.

Zur Verbesserung und Vergleichbarkeit der Qualität der Unterrichtsmaßnahmen soll die Digitalisierung und Vernetzung der Kommunikation der Lehrkräfte über die Ländergrenzen hinweg weiter ausgebaut werden.