Geschichte

Am 28.8.1991 wurde in Frankfurt/M (D) der „Verband zur Förderung der schulischen Bildung und Erziehung von Kindern der Angehörigen reisender Berufsgruppen in Deutschland e.V.‘ gegründet. Zum Präsidenten wurde der ehemalige Bundesverkehrsminister Dr. Werner DOLLINGER gewählt.
Der Gründungsprozess begann  im Januar 1989 auf einer Tagung des Arbeitskreises der evangelischen Binnenschifferheime. Nachdem dort Circus- und Schaustellerseelsorger Wolfgang Leuschner von der Gründung der EFECOT berichtete, entstand der Plan, als Pendant dazu in Deutschland einen nationalen Verbund der Vereine zu schaffen, der sich mit der Förderung der Erziehung und Bildung von Circus-, Schausteller- und Schifferkindern beschäftigen sollte. Nach intensiver Vorarbeit gelang es, die Fachverbände der betroffenen Berufsgruppen, drei Kinderheime für Schiffer-, Schausteller- und Circuskinder, eine Circusschule, den Verein zur Betreuung von Schaustellerkindern auf Festplätzen sowie die katholischen und evangelischen Seelsorgestellen zur Mitgliedschaft zu gewinnen. So war es in Deutschland endlich gelungen, eine Interessenvertretung für alle Kinder zu schaffen, die auf Grund des reisenden Berufes ihrer Eltern bisher erhebliche Nachteile bei Schul- und Berufsausbildung in Kauf nehmen müssen.

Der Verband verfolgte den Zweck, die Rahmenbedingungen für die schulische Bildung und Erziehung von Schiffer- und Schaustellerkindern, aber auch der Kinder von Circusangehörigen und Artisten in Deutschland spürbar zu verbessern. Chancengleichheit dieser Kinder unter Berücksichtigung der gruppenspezifischen Lage des hier betroffenen Personenkreises – dieses Ziel wollte der Verband erreichen. Dadurch ergaben sich auch die wichtigsten Arbeitsschwerpunkte.

Im Rahmen der Steuergesetzgebung wollte man erreichen, dass die Ausgaben der Eltern für Internatsunterbringung mehr als bis dato absetzbar sind und die Zuschüsse der Regierungen erhöht werden.
Eine Circusschule, deren Lehrkräfte vor allem auch Kinder der Familiencircusse fördern, die Schaffung weiterer Schulen in Großcircusunternehmen und deren rechtliche Absicherung sowie eine enge Zusammenarbeit dieser Schulen und ihrer Lehrkräfte waren weitere konkrete Schritte.

Denkbar sollte  auch eine Arbeitsgemeinschaft der Heime für Schiffer-, Schausteller- und Circuskinder werden.

Ein erster Versuch dazu sollte im gleichen Jahr in Feuchtwangen gemacht werden.

Eine enge Zusammenarbeit mit der EFECOT verstand sich dabei von selbst. Der Verband sah sich als nationaler Partner der EFECOT in Deutschland. Denn in allen Fragen, die die Bildung und Erziehung der reisenden Kinder betrafen, war es wichtig, mit einer Stimme zu sprechen und an einem Strang zu ziehen.

Geschichte der Jahrmärkte